Lachszucht in Chile

»Marsch gegen Monsanto«

Am 12. Oktober versammelten sich AktivistInnen weltweit, um gegen Monsanto zu protestieren. weitere Infos

Glossar

Im Globalisierungsglossar von People's Global Action finden sich alle Begriffe von ABCDE (Annual Bank Conference on Development Economics) bis WTO (World Trade Organization).

 

Public Eye Awards 2014

WLOE nominiert den norwegischen Lachszüchter Marine Harvest als übelstes Unternehmen des Jahres. 
Hier abstimmen

Die Erklärung von Bern und Greenpeace Schweiz suchen weltweit nach Unternehmen, die verantwortungslos und ohne Rücksicht auf soziale und/oder ökologische Schäden nach Gewinn streben. 

Die Lachszucht begann in Chile in den 1980ern verheißungsvoll. Tausende von Arbeitsplätzen wurden geschaffen und das Exportprodukt brachte Einnahmen für Züchter und Land. Unverantwortliches Handeln einiger Unternehmen, gepaart mit laschen Kontrollen lokaler Aufsichtbehörden, führt zu Umweltkatastrophen und schlimmen sozialen Missständen. Diese dürfen uns nicht egal sein, zumal dieser Fisch auf unseren Tellern landet. Einer der größten Umweltverschmutzer dort ist ein norwegisches Unternehmen, das sich in seiner Heimat grün und transparent gibt, in Chile aber das tut, was im eigenen Land nicht erlaubt ist. Für den Public Eye Awards 2014 schlagen wir daher vor: Marine Harvest ASA. Es handelt sich um den größten Lachszüchter der Welt. 

Gründe für die Verleihung des Public Eye Awards 2014:

Weil Marine Harvest in Chile respektlos mit den Menschen umgeht. 

· Verletzung der Menschenrechte durch Ignorieren des Übereinkommens über „Eingeborene und in Stämmen lebende Völker in unabhängigen Ländern - ILO 169“. Das Abkommen wurde von Chile und Norwegen ratifiziert. Indigene Gemeinschaften werden jedoch nicht konsultiert, wie es das Übereinkommen verlangt, bspw. im Lago Ranco, wo Marine Harvest neue Anlagen plant. Hier wird den Mapuches Lebensraum durch Verseuchung des Wassers entzogen.

· Menschenrechtverletzungen durch antigewerkschaftliches Verhalten. 

· Arbeitsschutzverletzungen, da Taucher bei Schlechtwetter, dreimal länger und tiefer tauchen müssen, als gesetzlich erlaubt. In den vergangenen zehn Jah­ren starben bereits hundert chilenische Farm­taucher, in Norwegen einer.

· Schlechte Bezahlung und Behandlung.

Weil Marine Harvest in Chile respektlos mit der Umwelt umgeht.

· Missachtung nationaler Umweltgesetzgebung und Ausnutzung einer laxen chilenischen Aufsicht. 

· Missachtung des Tierschutzes. Die Lachse leben auf engstem Raum in Unterwasserkäfigen.

· Massiver Einsatz von Antibiotika (70 bis 300mal höher als in Norwegen). Darun­ter Chinolone, die in der Humanmedizin verwendeten werden. Folgen sind steigende Resistenzen von Bakterien und Belastung der ArbeiterInnen.

· Unkontrollierte Verbreitung von Chemikalien und Farbstoffen in Gewässern.

· Massenflucht von Lachsen aus Käfigen, wodurch das ökologische Gleichge­wicht von Seen und Fjorden zerstört wird.

· Systematische Verunreinigung von Gewässern.

· Einsatz von Fischmehl als Lachsfutter. Der größte Teil der vor der chileni­schen Küste gefangenen Fische endet als Lachsfutter, auch solche, die für die Ernährung der Menschen wichtig sind.

· Verseuchung der Lachsbestände mit dem Virus ISA (Infectious Salmon Ane­mia). Bio­logen der Universität Bergen wiesen anhand der Gen-Struktur nach, dass infizierte Lachseier mit großer Sicherheit aus einer Lachsbrüterei einer Tochterfirma von Marine Harvest in Norwegen stammten.

· Einbringen von Abfall, Fäkalien und Futterresten der Lachse in Seen und Flüsse. Folgen sind vermehrte Algen und Krankheiten für Mensch und Tier.

· 2007 erklärte Marine Harvest, es sei beab­sichtigt „in den kommenden Jahren alle Lachskäfige aus den Seen zugunsten eines neuen Kreislaufsystems an Land zu entfernen“. Davon ist heute keine Rede mehr – im Gegenteil!

Die jüngsten Skandale um Marine Harvest

23. Juli 2013: Marine Harvest plant Erweiterung der Fischzucht in Curarrehue. Nach dem Einfuhrverbot von Lachs aus Chile von Marine Harvest in die USA auf Grund eines Fundes des krebserregenden Kristallviolett in einem Lachscontainer, haben verschie­dene indigene Gemeinschaften der Regionen La Araucania und Los Rios einen Hilferuf an die chilenischen Behörden gerichtet, damit diese die Lachzuchtzentren kontrollieren. Es besteht die Angst, dass dort verbotene Chemikalien in die Gewässer gelangen. Außerdem wurden sie nicht konsultiert, als Fischzuchten in der Zone der Cordillera installiert wurden. mehr

02. August 2013: Der Oberste Gerichtshof Chiles bestätigt die Sanktionen gegen Marine Harvest wegen des Verstoßes gegen das Fischereigesetz. Die Verurteilung erfolgte wegen Verunreinigung des Wassers im Sektor von Bahia Rincones des Llanquihue-Sees durch Ausbreitung von Algen und Abfall im Wasser, das Werfen von Abfall in den See, Einlagerung von Fäkalien der Lachse und Futterresten auf dem Grund des Sees sowie Entwischen von Lachsen und Fischsterben. mehr

 

Frauen und Globalisierung

Weltsozialforum 2011 und Frauen


Aus Dakar, Foto u. Bericht: Sven Giegold
Es fand vom 6. bis 11. Februar 2011 auf dem Campus der Universität Dakar im Senegal statt. Erste Eindrücke aus Dakar / Weltsozialforum von Sabine Lösung, 10.02.2011

Selbstermächtigung "Weltsozialforum in Dakar: Zahlreiche autonome Frauenversammlungen. Afrikanerinnen tauschten sich über Erfahrungen mit Kampf gegen Patriarchat und Gewalt aus" Von Ann-Kristin Kowarsch; Aus: junge Welt, 18. Februar 2011

Die Frauen, der Fisch und die Fabrik Taz, 10.02.2011: "REGIONALE WIRTSCHAFT Wie eine Kooperative versucht, sich gegen den industriellen Fischfang zu behaupten", aus Dakar, Odile Jolys.

 

Frauen und Globalisierung: Archiv

Kongress zur Privatisierung im Dienstleistungsbereich und die Folgen für Frauen, Köln 2003
Kongress zur Privatisierung im Dienstleistungsbereich und die Folgen für Frauen, Köln 2003

Geht die Globalisierung zu Lasten von Frauen?
"Das Anwachsen der Armut und Ungesichertheit im größten Teil der Weltbevölkerung betrifft ganz besonders die Frauen und die Kinder. Die UNPD spricht von 70 % Frauen unter den 1,25 Milliarden sehr armen Menschen. Die Konsequenzen dieser Globalisierung kommen zu den schon sehr schwer wiegenden der Ungleichheit der Geschlechter hinzu. Das generelle Vorherrschen einer statusmäßigen Minderwertigkeit, die in den südlichen Ländern noch viel stärker zum Tragen kommt, erklärt, daß sie in Krisenzeiten mehr zu leiden haben."

"Frauen werden oft als Gewinner dieser Globalisierung dargestellt: es ist wahr, daß die Ausdehnung der Märkte, die neuen Beschäftigungsmöglichkeiten den Frauen neue Chancen eröffnen, die traditionellen Rollen und die patriarchalische Kontrolle - begrenzt - in Frage stellen.(...) Aber auf der anderen Seite sind ungesicherte Arbeitsverhältnisse, eine Reduzierung der sozialen Absicherung, die Abdrängung der schwächsten Bevölkerungsteile auch die Konsequenzen aus dieser ökonomischen Globalisierung, die ganz besonders auf den Frauen lasten; sie kommen zu den Diskriminierungen hinzu, deren Opfer Frauen traditionell sind, und sie erklären sich zu einem guten Teil auch daraus."

"Die Politik der strukturellen Anpassung, die Auswirkungen der Schulden der südlichen Länder wurden besonders belastend. Zum einen, weil die Ärmsten ihre ersten Opfer und viele der Ärmsten Frauen sind. (...) Zum anderen, weil diese Programme die öffentlichen Dienste in diesen Ländern zerstört haben, mit besonders verheerenden Auswirkungen auf die Bildung und die Gesundheitsversorgung, was sich besonders auf die Frauen auswirkt."

Diese Zitate stammen von Sophie Zafari, Französische Koordination des Weltmarsches der Frauen 2000
Die ganze Erklärung ist unter http://www.marsch2000.de/themen.html zu lesen.

Frauenarbeit: Die Pfeiler der Globalisierung

'Frauen, stoppt GATS!' - Kongress (Foto: Arbeiterfotografie)

Maria Mies, emeritierte Soziologieprofessorin in Köln über die "Hausfrauisierung" im Zuge der Globalisierung (2001)
"Die Unternehmen sind an jungen, hausfrauisierten Frauen interessiert, weil die Hausarbeit in unserem Wirtschaftssystem gratis ist. Sie wird behandelt wie ein Freies Gut, wie Luft und Sonnenschein, die einfach immer vorhanden sind. Diese Arbeit fließt angebelich „natürlich“ aus dem Körper der Frauen."
Der ganze Text , 5S. pdf

 

"Deutschlands neue Dienstmädchen: Ein Report über die weibliche Seite der Globalisierung" (Die Zeit)

"Brain Drain", die Abwanderung von hochqualifizierten Arbeitskräften: Ausgebildete Lehrerinnen, Übersetzerinnen, Juristinnen werden zu "diplomierte(n) Hausfrauen" umgeschult, um fern von ihrer Heimat den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie zu verdienen - oft illegal.
Studierte Frauen aus Drittländern werden durch Agenturen wie "Royal Dream" oder "International Services" auf den Philippinen, an fremde Länder vermittelt, um dort Jobs auszuüben, die zwar weit unter Ihrer Qualifikation sind, ihnen aber wesentlich mehr Geld einbringen als der Lohn für ihren eigentlich gelernten Beruf im eigenen Land. Mit dem Geld, das sie im Ausland verdienen und an ihre Familienmitglieder in ihrem Heimatland überweisen, wollen sie später im Kreis ihrer Angehörigen ein zufriedenes Leben ohne Geldsorgen führen. Dabei sind diese Summen in manchen Drittländern längst mächtiger als Entwicklungsgelder. Doch diese Arbeitskräfte aus der Dritten Welt sind nicht in allen Ländern erwünscht, weshalb z. B. in Deutschland viele illegale Einwanderer ohne Arbeitserlaubnis arbeiten.
Dies berichtet Die Zeit am Beispiel einer illegalen Migrantin aus Lipa. Die Philippinin arbeitet in Frankfurt als Babysitterin, Putz- und Haushaltshilfe. Sie verbringt oftmals mehr Zeit mit den ihr anvertrauten Kindern, als deren Eltern, hat jedoch ihre eigenen Kinder seit sechs Jahren nicht gesehen. Ein Besuch in den Philippinen ist für sie nicht möglich - denn dann ist es unwahrscheinlich, dass ihr eine Rückkehr nach Deutschland gelingt...
Siehe Bericht Das globalisierte Dienstmädchen

Wissen Sie, warum Bekleidung in den letzten 20–30 Jahren so viel billiger geworden ist?

Die übergroße Mehrheit aller Näharbeit weltweit geschieht unter unmenschlichen Bedingungen. Die Kampagne für »Saubere« Kleidung setzt sich für die Verbesserung dieser Bedingungen ein. »Sauber« heißt menschenwürdig, sozial sauber. Sie will Ihnen als KonsumentIn keineswegs ein schlechtes Gewissen verpassen – im Gegenteil: Die deutschen VerbraucherInnen haben mit ihren zig Kilogramm jährlich pro Kopf gekaufter Textilien buchstäblich ein großes Gewicht in die Waagschale zu werden: sie können »Politik mit dem Warenkorb« machen: nachfragen, nachhaken, die Verantwortung der Vermarkter von Bekleidung hier in Westeuropa einklagen.

Frauenmorde in Mexiko

Eine Veranstaltung von Terre des Femmes im März 2004 machte auf die Schattenseiten der Globalisierung am Beispiel der Maquiladoras, den Zulieferern für den Weltmarkt in Mexiko aufmerksam.
"In Ciudad Juárez, der mexikanischen Grenzstadt zu den USA, werden seit über zehn Jahren bestialische Morde an jungen Fabrikarbeiterinnen begangen. Bisher wurden über 300 Frauen ermordet, und es ist keiner Behörde, NGO oder Internationalen Kampagne gelungen, diese Morde zu verhindern, oder Schuldige dafür zu bestrafen."

Heidi Ambrosch schildert die Globalisierung aus Frauensicht (Exzerpt einer Textsammlung im gleichnamigen Buch von Ruth Klingebiel und Shalini Randiera, Dietz-Verlag, 1998)

Sie berichtet u.a. über Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt, Feminisierung der Migration, Geschlechterstruktur politischer Systeme und weist auf die Aktivitäten der internationalen Frauenbewegung, AkademikerInnen und NGO´s hin, welche sich engagieren, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten.
"In ihrer Suche nach Alternativen muß die internationale Frauenbewegung sich einerseits mit dem ökonomischen Fundamentalismus des neoliberalen Modells, andererseits mit rückwärtsgewandten Utopien des religiös-politischen Fundamentalismus beschäftigen. Es fehlen allerdings noch entsprechende Netzwerke, die einen Vermittlungsprozeß durchführen, der zu einem direkten Austausch zwischen nationalen Frauenbewegungen und den Organisationen der internationalen Frauenbewegung führt. Internationale Vernetzung erfordert ein Denken in Verbindungen und Respekt vor Verschiedenheit und kulturellen Besonderheiten. Respekt vor der Vielfalt ist ein politisches Prinzip, dessen Anwendung Bewegung erzeugt. Gekennzeichnet ist es nicht durch Verneinung der Gemeinsamkeit, sondern durch Bejahung der Unterschiede."

Konferenzen, Foren, Ausstellungen: "World Wide Women - Bonn 2004" - Frauen zwischen Globalisierung und Geschlechtergerechtigkeit

"Die Vereinten Nationen sehen die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in allen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Bereichen als eine der grundlegenden Voraussetzungen für Armutsbekämpfung, soziale Gerechtigkeit, nachhaltige Entwicklung und Frieden an. Frauenförderung und die Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit gelten als grundlegende Bedingungen, um sich den globalen Herausforderungen des 21. Jahrhundert stellen zu können. Der Realisierung von Geschlechtergerechtigkeit steht jedoch zunehmend eine globale Wirtschaftspolitik gegenüber, die vor allem in den Ländern des Südens die Handlungsspielräume von Frauen erheblich einschränkt. Globalisierung geht hier zu oft einher mit Missachtung von Rechten, Gewalt, politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Verschlechterungen von Lebenssituationen. Fraueninitiativen, international tätige Organisationen und Institutionen informieren im Rahmen der Veranstaltungsreihe "World Wide Women - Bonn 2004" über Auswirkungen von Globalisierung auf Frauen und zeigen Wege zur Geschlechtergerechtigkeit auf. (...)
Aktuelle Informationen zum Projekt und zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie unter www.cic-bonn.org und den angegebenen Internetadressen."
Broschüre mit den Veranstaltungen von World Wide Women zum downloaden Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat (2 Seiten)