Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht..

..eine (geschlechter-) gerechte Verteilung eine Menschenpflicht!

Dies war eine der wesentlichen Aussagen der Fachtagung "Steter Tropfen höhlt den Stein -- Frauen im Widerstand für ein Menschenrecht auf Wasser" vom 22.-24. Februar 2008 in Berlin. 120 TeilnehmerInnen aus Wissenschaft, Gewerkschaften, Frauen-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen -- unter ihnen Frauen aus Bolivien, Kuba, El Salvador, Mexiko, Peru, Kolumbien und Uruguay -- diskutierten am Wannsee kritisch die Auswirkungen von Privatisierung, Verschmutzung und Verschwendung von Wasser auf die Lebensbedingungen von Frauen und Männern.

"Bisher wurden die Geschlechterverhältnisse in der Wasserpolitik und im Wassermanagement nur unzureichend berücksichtigt, die Teilhabe und Mitwirkung von Frauen an Entscheidungen nur wenig beachtet. Es wurde Zeit für eine solche Tagung!" beschreibt Monika Schierenberg für die Veranstalterinnen die Motivation für die Tagung. "Werden die Geschlechteraspekte bei Planungen nicht berücksichtigt, kann das zu ineffizienten Maßnahmen und zu negativen Auswirkungen auf die Lebenssituation von Frauen führen", ergänzt Ulrike Röhr von genanet.

(Die ganze Pressemitteilung der OrganisatorInnen der Tagung „Steter Tropfen höhlt den Stein – Frauen im Widerstand für ein Menschenrecht auf Wasser“ vom 22.-24. Februar 2008 in Berlin vom 25.2.08)

Wasser

ARCHIV: UNECE-Wasserstudie 2007

Nahezu jedes Land der Welt teilt sich Flussgebiete, Seen oder Grunderwassersysteme mit seinen Nachbarn. Informationen zu diesen grenzüberschreitenden Gewässern sind jedoch oft auf viele verschiedene Institutionen verteilt. In der Folge ist es kaum möglich, ohne weiteres das verfügbare Wissen abzurufen. Für die 56 Mitgliedsstaaten der United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) werden diese Daten nun umfassend gesammelt. Der erste Bericht "Our waters: joining hands across bridges", fokussiert auf Gewässer in Ost -und Südosteruoa, der Kaukasusregion und Zentralasien. Nach über 10 Jahren Arbeit und dem Beitrag von mehr als 150 Experten wurde er im Herbst 2007 während der UNECE Konferenz "Environment for Europe" in Belgrad vorgestellt. Die dokumentierten Zahlen sind beeindruckend: Für 140 grenzüberschreitende Flüsse, 30 Seen und 70 Grundwassersysteme wurden Belastungsfaktoren, der aktuelle Zustand der Gewässer, grenzüberschreitende Einflüsse sowie Trends und Managementmaßnahmen charakterisiert. Der Bericht hat somit nahezu enzyklopädischen Wert und kann als Nachschlagewerk für Entscheidungsträger, Gewässerorganisationen aber auch für NROs dienen.

Die UNECE Bewertung zeigt, dass in fast allen Gewässereinzugsgebieten die Effekte des Klimawandels bereits spürbar geworden sind. Weiterhin werden aber auch "traditionelle" Probleme wie Wassermangel in stromabwärts gelegenen Ländern, Trinkwasserverunreinigung sowie Verschmutzung durch diffuse Quellen wie der Landwirtschaft identifiziert.

(Corinna Altenburg im KRIUM-Newsletter Februar 2008)

Der ganze Bericht zum Download (376 S., engl., 15,3 mb, pdf): http://www.unece.org

Wasser

Wasser ist ein öffentliches Gut

Referat von Marianne Hochuli, Erklärung von Bern
Internationale Konferenz „The Public Eye on Davos“, 21. Januar 2004

Wir gehen mit dem Wasser um, als könne dieses kostbare Gut nie ausgehen. Vielleicht wurden jedoch einige im letzten Jahr, im UNO-Jahr des Wassers darauf sensibilisiert, wie grundlegend Wasser für unser Leben und dasjenigen unseres Planeten ist.
Die verfügbare Menge an Süsswasser beläuft sich auf weniger als ein halbes Prozent sämtlichen Wassers auf Erden.
[mehr...]

Einführung in die internationale Wasserproblematik

"Heute gibt es 1,4 Millarden Menschen, die keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser haben und 2,4 Millarden, die ohne ausreichende, sanitäre Einrichtungen leben müssen. Die Konsequenzen sind verheerend: 30.000 Menschen sterben jeden Tag an Krankheiten, die durch verunreinigtes Trinkwasser und Mangel an sanitären Einrichtungen verursacht werden." "Es wird vorrausgesagt, dass im Jahr 2032 - 40 Jahre nach dem ersten Gipfel zur Erhaltung der Erde (Earth Summit) in Rio de Janeiro - 60% der Weltbevölkerung in Regionen leben wird, die durch Wasserverknappung charakterisiert sind." "Die endgültige, offizielle Erklärung beim World Water Forum sagte aus: "Wasser müsse vorrangig als ökonomisches Gut betrachtet werden, nicht als soziales Gut..." Jedoch äußerten sich auf dem gleichen Forum mehrere Organisationen und TeilnehmerInnen ihre gegenteilige Meinung."

(aus der Broschüre "People's March For Water" des People's World Water Forum entnommen.)

Erklärung der Peoples World Water Movement (Weltweite Wasser- Bewegung von unten)
New Delhi, Indien Januar 2004

Frauen und Männer aus mehr als 60 Ländern kamen in Neu Delhi zusammen zum ersten Peoples World Water Forum (Weltwasserforum von unten) im Januar 2004 und bildeten das Peoples World Water Network (Weltwassernetzwerk der Menschen), um den Diebstahl der Konzerne des Wassers der Welt zu stoppen.

Wir sind eine deutliche Opposition gegen die Oligarchie des World Water Council (Weltwasserrats) und stehen für demokratische Kontrolle; basisorientierte Verfügung über die Wasserressourcen auf der Welt.

Wir haben uns verpflichtet mit Frauen und Männern in Gemeinden an der Basis zu arbeiten, unter Beachtung der besonderen Auswirkungen der Weltwasserkrise für Frauen.

Wasser ist Leben: Indigene Perspektiven

Angesichts dessen, dass Wasser die heilige Grundlage des Lebens ist, d.h., dass der Ozean, den Planeten Erde reguliert und zusammen hält. Wasserquellen ernähren das Land, und alle lebendigen Organismen, einschließlich der Menschen.

Wasser zirkuliert durch die Himmel und das Weltall; wir verpflichten uns das Wasser und dessen wichtigen Beitrag zum Leben zu respektieren. Genau wie Mutter Erde, haben Frauen eine ganz besondere Verantwortung bezüglich Wasser. Wasser ist der Geist von Mutter Erde in physikalischer Form.

Wasser zirkuliert im Himmel und im Raum; und wir verpflichten uns, den lebensnotwendigen Wert des Wassers für das Leben anzuerkennen.
Indigene Bevölkerungsgesetze sollten Teil der "World Water Vision" sein und als deren Richtlinien dienen, auch in der Grundsatzerklärung.
Bildung für alle ist notwendig für das Lernen über die Heiligkeit von Wasser und Frieden. Wir brauchen Lehrprogramme zum Thema Heiligkeit des Wassers.
Kommunen müssen alle Wasserquellen zu heiligen Stätten erklären.

Die Wasserpolitik und -gesetzgebung muss Wasser als Quelle des Lebens schützen, unter Anerkennung, Respekt und Erfüllung der traditionellen, indigenen Gesetze und der Gesetze der Natur.

Wir, das PWWF Netzwerk, verpflichten uns für die Anerkennung dieser Heiligkeit von Wasser für das Leben in seiner Ganzheit einzutreten und dafür zu arbeiten.
Wasserpolitik muss das Wasser für alle Pflanzen, Tiere und zukünftige Generationen schützen.

Wasserprivatisierung

Wir bestehen darauf, dass die Wasserdienstleistungen vom öffentlichen, nicht vom privaten Sektor angeboten werden sollten. Wenn Dienstleistungen mit Wasser erst einmal privatisiert sind, wird die Essenz des Lebens an sich vom Markt definiert, der die Verteilung nach Kaufkraft bestimmt. Diejenigen, die, die ansteigenden Wasserpreise bezahlen können, erhalten Zugang zum Wasser, das sie brauchen. Denjenigen ohne Kaufkraft wird der Hahn abgedreht.
Deshalb lehnen wir die konzerngeleitete Übernahme der Wasserdienstleistungen ab, die sich gerade in Großstädten wie Buenos Aires, Manila und Johannesburg oder Atlanta als Fehlschlag heraus stellte.

Aus diesen Gründen verpflichten wir uns zu einem Aktionsplan zu folgenden Bereichen:

Wasserkonzerne

Aufbauend auf erfolgversprechende, anhaltende und weitreichende Kampagnen, haben wir uns verpflichtet auf nachhaltige basisorientierte Alternativen zu setzen und eine weltweite Offensive gegen Suez und Coca Cola, die Hauptausbeuter der globalen Wasserressourcen, zu starten.

Weltbank

Beunruhigt über die negative Wirkung der Programme und Verfahrensweisen der Weltbank zum Thema Wasser, werden wir den globalen und lokalen Widerstand gegen marktabhängige Lösungen wie etwa Privatisierung koordinieren und wir werden die Bank drängen öffentliche Wasserwerke zu unterstützen, die dem Menschen das Recht auf Wasser unter bewährten Kriterien der Transparenz, Partizipation und Rechenschaftspflicht garantieren.

Öffentliche Finanzierung

Wir  beabsichtigen, eine Kampagne zu starten, die für das Wasser als öffentliches Gut wirbt, das von der Öffentlichkeit finanziert werden sollte. Wir unterstützen die öffentliche Finanzierung von Wasserdienstleistungen durch Schuldenstreichung, der prozentualen Kürzung von Militärausgaben und eine Umverteilung im Steuersystem. Wir lehnen das gegenwärtige Finanzsystem, wie es im Camdessus-Bericht beschrieben wird, und die Plünderung öffentlicher Gelder von transnationale Konzerne ab.

Wir erklären außerdem unsere Solidarität mit den WasserarbeiterInnen in Delhi, die gegen Suez und die Privatisierung von Wasserdienstleistungen in Indien kämpfen; und wir unterstützen den Schutz des Ganges und das spirituelle Erbe der Bevölkerung Indiens, das durch das Tehri Staudammprojekt bedroht wird. Wir verpflichten uns diese Anliegen zu Hause gegenüber den Regierungen, Parlamenten und WählerInnen in jedem Land  vorzubringen.

Grundwasserausbeutung

Wir sind gegen jeglichen konzerngeleiteten Grundwasserdiebstahl, der, von Handelsabkommen legitimiert, Wasser bevorzugt von kleinen Gemeinden nimmt.
Wir erklären uns solidarisch und befürworten die Kampagnen der Plachimada/Varanisi in Indien und Potisi in Chile gegen den Diebstahl von Wasser durch Großkonzerne, die, die lokale Ökologie, sowie lokale Gemeinde- und Wirtschaftsstrukturen vernichten.

Wir rufen zu weitreichenderen Nachforschungen und Untersuchungen zum Thema konzerngeleitete Grundwasserausbeutung auf und bauen Netzwerke, um diese Erkenntnisse an betroffene Gemeinden weiter zu geben.

Umleitungen und Staudämme

Befreiungsbewegungen und verschiedene Studien, unter anderen von der World Commission on Dams (Weltkommission für Staudämme), haben heraus gefunden, dass Staudämme und Umleitungen (sogenannte "Verbindungen" von Flüssen) vernichtende und unumkehrbare Auswirkungen auf das Ökosystem und die Menschen haben.
Wasserprivatisierung ist der Motor um eine altmodische, überholte Wassernutzungstechnologie, die anti-demokratisch und nicht nachhaltig ist, wieder zu erwecken und auszubauen. Es existieren mehrere Beispiele:

  • Das indische Flussverbindungsprojekt (river linking project)
  • Die Umleitung des Brahmaputra, bekannt als Psangpo in Tibet, in das chinesische Innland 
  • Die Planung des "Großen Kanal", der kanadische Flüsse in die Großen Seen (Great Lakes) und dann weiter in den Süden der USA verteilen soll 
  • Die Umleitung des Flusses Abra in Spanien zu Gunsten der Touristikindustrie
  • Verschiedene Umleitungsprojekte in Afrika, zum Beispiel des Kongo

Wir als Bewegung werden fortfahren, die Zerstörungskraft von Plänen und Projekten einzuschätzen  und zu bewerten. Wir werden uns organisieren und Widerstand leisten, indem wir Parlamente zum Thema Wasser organisieren, öffentliche Anhörungen und Diskussionsrunden abhalten, um zu garantieren, dass  Wasser, Flüsse, Seen, Ozeane und Kulturen unversehrt bleiben und, dass unser Grundrecht auf Wasser nicht verletzt wird. Wir werden nachhaltige Alternativen zum Thema Wasser und Energienutzung, so wie Mikrowasser-, Solar- und Windenergie, Wasserschutz und Sparmaßnahmen, ökologische Ernte- und Recyclingmethoden und Schmutzwasserbehandlung, fördern und ausüben. Ökologische und gemeindenbasierte Verwaltung Wir erkennen, dass die vorherrschenden Modelle für Entwicklung, Landwirtschaft und Wasserverwaltung nicht erneuerbar sind und uns geradezu in eine globale Wasserkrise stürzen.  Wir verstehen außerdem, dass die Verantwortung für Wasserressourcen zu lokalen Gemeinden gehört. Gemeinden haben die Möglichkeit, die Pflicht und das Recht, nachhaltig zu wirtschaften. Wir wollen, dass diese globale Bewegung kleine Gemeinden auf der ganzen Welt das Recht gibt, örtlich angepasste Methoden für die Wasserverwaltung zu nutzen und wir wollen, dass diese Bewegung eine kulturelle Bindung und Verantwortlichkeit aufbaut, die einzige zukunftsfähige Lösung gegen die bevorstehende Krise.  Wir werden anfangen, ein Netzwerk für Kommunikation zu erstellen, das letzten Endes jede Gemeinde auf der ganzen Welt erreichen kann. Dieses Netzwerk soll dazu dienen, einen Austausch an Informationen zur Durchsetzung an dezentralisierten, preiswerten und ökologisch sinnvollen Formen der Wasserverwaltung möglich zu machen. (Übersetzung WLOE, Februar 2004)

Weitere Links zu Wasser:

gute, knappe Einführung zu dem Thema Wasser
http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/themen/Globalisierung/wasser.html

Einen Überblick über die "Grenzen der Privatisierung" von öffentlicher Infrastruktur gibt das Interview mit dem Wissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker in der "Taz" vom 23.02.04
http://www.taz.de/pt/2004/02/23/a0210.nf/text

RiverNet, dem Portal für Lebendige Flüsse von ERN

Das European Rivers Network (ERN) ist ein europäisches Informations- und Arbeitsnetzwerk von Organisationen und Einzelpersonen für den Schutz der Flüsse... Ziel von ERN ist es, Vereine und Organisationen zu vernetzen und die Kommunikation zwischen diesen Organisationen zu verbessern (Umwelt- , Kultur-, Menschenrechts- und Bildungsorganisationen) und Sensibilisierungskampagnen zugunsten lebendiger Flüsse durchzuführen. ERN unterstützt das nachhaltige, vernünftige Management von lebendigen Flüssen im Gegensatz zur Ausbeutung, Verschmutzung und Degradation, die oft Folge des bisherigen Wasserbaues war.

http://www.netzwerk-afrika-deutschland.de/themen/wasser/fr-wasser11-frauen.htmDie Erklärung von Bern - Auswirkungen der Privatisierung von Wasser

"Was haben Wasser und GATS miteinander zu tun?
GATS ist wohl eines der wichtigsten internationalen Abkommen, das wie kaum ein anderes unseren Alltag und den vieler Völker verändern wird. Sein Ziel, die vollständige Liberalisierung des Handels mit Dienstleistungen, schließt alle Dienstleistungen ein, von Versicherungen und Energieversorgung über Verkehr, Tourismus und Wasserversorgung bis hin zum Bildungs- und Gesundheitswesen."

Meeresschutz: In Nord- und Ostsee soll es bald Unterwassernaturschutzgebiete geben.
HABITAT MARE NATURA 2000: Mit Inkrafttreten der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen verpflichteten sich die Mitgliedsstaaten der EU bereits 1992, ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten zu schaffen. Ziel dieses Netzes ist der Erhalt der biologischen Vielfalt an Land, im Süßwasser und im Meer.
http://www.habitatmarenatura2000.de

Blaues Gold:
Das globale Geschäft mit dem Wasser

Maude Barlow/Tony Clarke
"Maude Barlow und Tony Clarke vereinen Weitsicht mit sensationeller Recherche und konkreten Handlungskonzepten"
-- Naomi Klein